Herzprobleme beim Neufundländer
Fast jede Hunderasse ist gelegentlich mit sog. rassespezifischen Krankheiten behaftet.
Rassespezifisch bedeutet, dass die jeweilige Erkankung in der entsprechenden Rasse häufiger auftritt
als im Durchschnitt.
Natürlich ist das ein allgemein sehr sensibles Thema, denn es darf bei der Diskussion nicht der Eindruck entstehen,
dass alle Neufundländer z. B. Herzprobleme haben!
Beim Neufundländer sind als rassespezifisch zu nennen:
- Hüftgelenksdysplasie
- Ellenbogendysplasie
- Entropium
- Herzkrankheiten (hier vor allem Subaortenstenose-SAS und Dilatative Cardiomyopathie-DCM)
Wissenschaftliche Belege und Beschreibungen bietet vor allen Dingen das bis heute unumstrittene
Standardwerk von Patterson, Pyle and Chacko aus dem Jahr 1976
(hier als PDF zum Herunterladen), allerdings in englischer Sprache.
Diese haben seinerzeit durch Inzestverpaarungen erkrankter und gesunder Neufundländer mögliche Erbgänge formuliert.
Neuere Veröffentlichungen gibt es zwar zur Genüge, jedoch habe ich bisher keine spezifizierteren Ausführungen gefunden.
Aber die Wissenschaft schreitet unaufhörlich voran. Die Genome der verschiedensten Tierarten werden im Moment entschlüsselt,
und das bietet dann mittelfristig die Möglichkeit, auf die einzelnen Krankheiten jeweils abzielende Bluttests zu entwickeln.
(Siehe z. B. auf dieser Web-Seite unter "über Farben" > "Gentest auf die Farbe Grau".)
Darüberhinaus scheinen ausserdem Firmen "aus dem Boden zu spriessen", die ebenfalls an dem Wettrennen teilhaben
wollen, um sich einen Teil des "Kuchens", den es nun zu verteilen gilt, "unter den Nagel zu reissen".
Dieser "Kuchen", ich bleibe einmal in dieser saloppen Sprachweise, man möge es mir verzeihen, bezieht sich auf die
schlussendlichen Erkenntnisse, die jeweils zur Veröffentlichung kommen werden.
Allerdings scheint es auch so zu sein, dass vor allem von verschiedenen Firmen die Entgegennahme der
Daten und deren Auswertung mit Verträgen verknüpft werden sollen, die diese Firmen
zum alleinigen Herrscher und Eigentümer über die eingesandten Blutprobem machen sollen.
Aufgrund der uns mittlerweile durch die Datenbank zur Verfügung stehenden Informationen, in der sich nunmehr
weltweit ca. 5000 Neufundländer befinden, für die eine belegte Herzauswertung existiert, haben wir uns entschlossen,
diese durch einen Populationsgenetiker auswerten zu lassen.
Diese Auswertung ist kostenlos und mit keinerlei Verträgen verbunden! (Natürlich muss jeder Hundebesitzer die Kosten der Blutabnahme
und des Versandes in die Schweiz bezahlen - dies liegt bei ca. 20,-- bis 30,-- Euro - vielleicht ist die beste Gelegenheit der nächste Impftermin Ihres Hundes...!).
Die Wahl fiel auf das Institut für Genetik, Vetsuisse Fakultät Bern, Universität Bern
Prof. Dr. Tosso Leeb
Bremgartenstr. 109 a, P.O. Box
3001 Bern
Schweiz
phone +41 31 631-2326
fax +41 31 631-2640
e-mail Tosso.Leeb@itz.unibe.ch
Herr Dr. Gaudenz Dolf wird dort die Auswertungen vornehmen und ebenfalls den Bluttest entwickeln.
Gaudenz Dolf, Ph.D., Institute of Genetics, Vetsuisse Faculty
University of Berne, Bremgartenstrasse 109a
PO Box 8466
3001 Berne, Switzerland
phone +41 31 6312 320 fax +41 31 6312 640
e-mail dolf.gaudenz@itz.unibe.ch
WWW http://www.vetmed.unibe.ch/itz/index.html
Sie können ab sofort Blut einschicken lassen!!!
Das geht folgendermassen (lt. Dr. Dolf):
- Mindestens 5 ml, besser 10 ml, Vollblut in EDTA-Röhrchen (kein Serum, kein Plasma, nicht zentrifugiert)
- Möglichst Blutproben vom ganzen Wurf (gesunde und evtl. erkrankte!) mit den Eltern
- Damit wir die Tiere, bzw. die Blutproben, korrekt erfassen können, müssen die EDTA-Röhrchen mit den Angaben versehen sein, die es uns erlauben die Tiere in Ihrer Datenbank sicher zu identifizieren: Name, Geburtsdatum, und Zuchtbuchnummer
- Sollte sich die Gelegenheit ergeben, von einem Tier eine zweite Blutprobe zu erhalten, nehmen wir die auf jeden Fall. Man sollte es aber vermeiden, dass vom gleichen Tier (z.B. Deckrüden) immer wieder Blutproben eingefordert werden. Die Tierbesitzer haben dafür kein Verständnis und es ist auch nicht notwendig.
- Die Blutproben unmittelbar nach der Entnahme per Post an uns schicken.
- Die Blutproben können einfach so geschickt werden, aber wir haben gute Erfahrungen mit einem Begleitschreiben mit folgendem Inhalt gemacht: "Die Sendung umfasst X Blutproben von Hunden. Die Blutproben haben keinen kommerziellen Wert und bergen keine Erkrankungsgefahr. Sie dienen ausschliesslich Forschungszwecken." Das Begleitschreiben soll verhindern, dass die Blutproben am Zoll hängen bleiben.
- Die Blutproben können an folgende Adresse geschickt werden:
Frau Dr. Bianca Haase
Institut für Genetik
Vetsuisse Fakultät Bern
Universität Bern
Postfach 8466
3001 Bern
Schweiz - Wichtig ist ferner, dass Sie das Blut möglichst an einem Wochenanfang (Montag oder Dienstag) abnehmen lassen, damit es nicht möglicherweise am Wochenende auf der Post liegenbleibt!

