Eine Seite über Neufundländer-Hunde von Karin Butenhoff





über mich


Mein Vater hatte ein alteingesessenes Sicherheitsunternhemen in Kassel, da waren Hunde gang und gäbe, aber auch andere Tiere. Die Hunde dienten zur Bewachung verschiedener Aufgaben, waren meist Schäferhunde, gelegentlich Rottweiler, Dobermänner, eben Hunde, die für diese speziellen Aufgaben besonders geeignet waren und sind. Aber einer der Wachmänner hatte einen Dackel, der mir noch besonders in Erinnerung ist, denn dieser hatte einen Einbrecher stellen können! Tagsüber wuden die Hunde manchmalauf unserem Grunstück untergebracht und sorgten für sehr viel Unruhe in der Nachbarschaft, es gab viele Auseinandersetzungen.

Die anderen Tiere brachten die Wachleute oft aus der Nachtschicht zu uns, sie waren häufig verletzt, wie z. B. Tauben, Katzen, Mischlingshunde usw., usf.

Dann brachte mein Vater eines Tages "aus den Pilzen", wie er es nannte, wenn er nach Pfifferlingen und Steinpilzen suchte, unter der Haube eines VW-Käfers zwei Waschbären mit.
Für die beiden, Max und Moritz wurden sie genannt, wurde vor dem Wohnzimmerfenster direkt am von meiner Mutter viel geliebten Rosenbeet ein geräumiger Zwinger aufgebaut.

Damals war ich noch ziemlich klein. Ich weiss nur noch, dass die richtig gut beissen konnten, wenn man einen Finger zwischen die Stäbe steckte, und sie haben wirklich sehr gestunken, obwohl sie nun mal Waschbären heissen.
Mein erster Neufundländer war Dorka vom Glockenbrunnen.

Sie war der Inbegriff eines Neufundländers, liess jeden ins Haus hinein, aber niemanden, der etwas hinaustragen wollte, wieder heraus!
Temperamentsmässig war sie allerdings eher sehr ruhig. Oft genug musste ich, wenn ich die Haustüre öffnen wollte, die von innen davorliegende Dorka mit der Tür wegschieben, bevor sie sich überhaupt erhob.
Aber schon bei ihr lernte ich, wie wichtig es ist, dass man die Klinken hochstellt, denn sie konnte Türen öffnen. Ich kann mich allerdings auch an mehrere Situationen erinnern, in der mir die Haustür aus den Fingern glitt und zuschlug, sodass ich in Eiseskälte im Winter ausgeschlossen war. Nur ein paar wenige Versuche, sie mit meinen Worten zu animieren, hatte sie verstanden, sie öffnete mir die Tür - was sonst strengstens verboten war - seitdem habe ich das dann etwas anders gesehen...

Auf der zweiten Ausstellung, die ich besuchte, wurde sie Bundesjugendsiegerin und der Züchter ihres Vaters sprach mich an und wollte sie mir dort abkaufen; aber natürlich war sie unverkäuflich!
Die Begeisterung war geweckt. Mit Dorka züchtete ich meinen ersten Wurf.

Das damalige Wurfabnahmeprotokoll enthielt allerdings den Satz: "Wurfwiederholung nicht empfehlenswert".

Asti vom Habichtswald, eine ihrer Töchter, wurde dann später Bundessiegerin und VDH-Champion.
Aus diesem A-Wurf behielt ich selbst auch einen Welpen, Aljoscha, der leider mit schwerster Hüftgelenksdysplasie im Alter von 7 Monaten eingeschläfert werden musste. Auf seinem Röntgenbild war nur eine "verkrüppelte" und nicht korrekt ausgeformte Beckenplatte zu sehen.
An diesem Tag, als ich vom Tierarzt kam, wollte ich gar nicht nach Hause fahren, fuhr stattdessen zu den Züchtern von Dorka.
Und da sah ich eine ca. vier-fünf Monate alte schwarze athletische Hündin zusammen mit ihrer Schwester agil und wie eine Katze über Tisch, Bänke und Sofarücken springen. Hatte die eine Energie und Kraft, was ich mir insbesondere nach den gerade durchlebten Stunden für diese Hunderasse so sehr wünschte!

Die Hündin hiess Akinorev´s Ayscha.
Ihre Mutter, Nanicoth Peter Pan Surprise, Import aus Canada, hatte eine weiss-schwarze Grossmutter mütterlicherseits, wie man mir sagte. Aber damals hatte ich überhaupt keine Ahnung, in was Ayscha mich noch hineinziehen würde...

Die Geschichte von Ayscha ist eng mit der Geschichte des weiss-schwarzen Neufundländers in Deutschland verknüpft. Ayscha stammte aus einer Versuchspaarung, vom DNK e. V. genehmigt, und hatte einen weiss-schwarzen Vater Ch Ursula´s Captain Cook. Man wollte durch die Verpaarung herausfinden, ob die Mutter das weiss-schwarze (Scheckungs-) Gen von der Großmutter geerbt hatte.

Es war eine Zeit der grossen Auseinandersetzungen zwischen DNK und DLC. Nach entsprechenden juristischen Niederlagen war der DNK "vorsichtig". Es fielen drei Hündinnen in diesem Wurf, eine war totgeboren, sie war schwarz und zeigte einen ziemlich grossen weissen Brustfleck bis unter den Bauch, die beiden anderen Hündinnen hatten ebenfalls nicht ganz so grosse weisse Brustflecke. Die Schwester von Ayscha war Akinorev´s Aya. Sie verblieb beim Züchter.

Was war dieser Wurf nun für ein Beweis? Trägt die Mutter nun das Gen oder nicht?

Nun, da das weder ein Beweis dafür noch dagegen sein sollte, weigerte sich damals der DNK, die Welpen in das Zuchtbuch einzutragen, obwohl er selbst die Genehmigung gegeben hatte!
Irgendwie verstanden wir die Welt nicht mehr.
Die Begründung, die kursierte, war: Auf der seinerzeitigen Generalversammlung der FCI in Mexico-City hatte man angeblich den weiss-schwarzen Neufundländer aus dem Standard 50 gestrichen.
Wie konnten wir dessen Wahrheitsgehalt prüfen, ein solches Protokoll einsehen? Wir waren viel zu "klein und unbedeutend" in dieser "Maschinerie"...
Später stellte sich heraus, dass dies lediglich durch einen Fehler der Protokollführerin bzw. einer Sekretärin geschah (der weiss-schwarze Neufundländer wurde niemals seit der Gründung des DNK e. V. vorm. Neufundländer-Club für den Kontinent trotz mehrerer Anträge unterschiedlichster Institutionen bzw. Personen aus dem Standard 50 der FCI gestrichen!).

Noch eine persönliche Bemerkung sei mir erlaubt: Wenn ich jetzt diese Geschichte veröffentliche, so soll dies kein Angriff gegen irgendeinen Verein oder jedwede Person sein, die damals an all´ diesen Entscheidungen beteiligt waren. Vielleicht ist es für den einen oder anderen Leser interessant, zu erfahren, wie die Entwicklung war.

In ihrer Not wandten sich die Züchter von Aya und Ayscha an die einzige Alternative, den Landseer-Klub, um Papiere für die Hündinnen zu bekommen. Sie wurden dann dort eingetragen, denn man war an sog. "frischem Blut" verständlicherweise sehr interessiert.
Nun gab es dort im Zuchtbuch zwei schwarze Hündinnen, die als Landseer-Experimantalpaarung verzeichnet waren und natürlich, so war es angedacht, in die Landseer eingekreuzt werden sollten.
Zu dieser Zeit hatte ich kaum Kontakte, geschweige denn Zugang zu Unterlagen. Mühsam begann ich zu recherchieren und die Ahnentafel von Ayscha "auseinanderzunehmen".
Eine solche Art der Ahnenforschung, wenn sie über mehr als 4-5 Generationen geht, macht natürlich eigentlich züchterisch keinen grossen Sinn, jedoch war es für mich einerseits sehr interessant, in der Vergangenheit zu suchen und Beziehungen herzustellen, um die Zusammenhänge zu verstehen, ich konnte andererseits aber auch viel von dem lernen, was bei den damaligen Verpaarungen angedacht war und was dann dabei herausgekommen ist.
Nach und nach erkannte ich, dass es sich hier in der Tat bei den beiden Hündinnen Ayscha und Aya von der Abstammung her einwandfrei um echte weiss-schwarze Neufundländer-Linien gemäß Standard 50 handelte, und da ich dem Neufundländer treuer war als dem Landseer, begann ich für die Anerkennung der Hündinnen als Neufundländer zu kämpfen.

Ich verlangte mit den mittlerweile recherchierten Belegen und Unterlagen die Ausstellung einer DNK-Ahnentafel für Ayscha und erreichte, dass der DNK die Hündin im Zuchtbuch eintrug. Er bescheinigte dies auf der DLC-Ahnentafel.
Kurze Zeit später verlangte der Landseer-Club, der sicherlich davon "Wind bekommen" hatte, die Landseer-Ahnentafel "zur Einsicht". VDH-Regularien sagen, dass ein Hund nur einmal in Deutschland eingetragen sein darf.
Schon zu diesem Zeitpunkt war mir völlig klar, dass ich, wenn ich die Ahnentafel aus den Händen geben würde, ich sie nie wieder zu Gesicht bekäme. So war es denn auch. Nun hatte ich also eine Hündin und keine Papiere!

Dank des großen Wohlwollens und Einflusses des damaligen Zuchtbuchführers, Herrn Göhlich, der übrigens auch Landseer züchtete, bekam ich die Erlaubnis, die Hündin decken zu lassen... Nur mündlich wurde mir versichert, dass ich für die Welpen Papiere bekommen würde.
Ich ging das "Risiko" ein und mein Vertrauen wurde belohnt! Ursulas Ocean Pirate war der Deckrüde. In meinem B-Wurf fielen 3 Hündinnen, nur eine war weiss-schwarz, die ich natürlich behielt (Bubu vom Habichtswald).
Der DNK hat Wort gehalten, ich bekam ganz normale Papiere für diesen Wurf! Danke noch heute an alle, die daran beteiligt waren! Somit war dieser Wurf der erste geplante Wurf weiss-schwarzer Neufundländer in Deutschland seit der Trennung aus einer Hündin "ohne Papiere". Allerdings, so muss ich einräumen, gab es einige wenige Wochen zuvor einen Wurf aus der Kombination Lord von Mundrachingen x Yvonne vom Hürbestrand im Zwinger Ideal, in dem "zufällig" weiss-schwarzen Hunde fielen. Der Vater von Lord von Mundrachingen ist aber mit großer Wahrscheinlichkeit nicht korrekt angegeben. Der Zwinger Ideal stand dem Landseer-Club sehr viel näher, nur die Hündin Ayka Ideal wurde im DNK in der Zucht eingesetzt.
Bubu wurde HD-schwer ausgewertet; ich war wie vor den Kopf geschlagen (sie starb übrigens im Alter von 12 Jahren an einer Magendrehung).

An dieser Stelle erhebt sich die Frage, wo der Neufundländer aufhört und wo der Landseer ECT anfängt (oder anders herum).

Viele namhafte Leute haben sich darüber schon den Kopf zerbrochen, viel geschrieben und sind zu den unterschiedlichsten Ergebnissen gekommen.

Auch aus diesem Grund ist die ganze Sache für mein Verständnis eine reine Interpretationsangelegenheit, bei der es wesentlich auf den eigenen Standpunkt ankommt, weder wissenschaftlich noch "rechnerisch" zu lösen.

Wie war also diese Geschichte?

Da ich ein Sammler von alten Papieren und Ahnentafeln sowie Zuchtbüchern bin, fand ich nach und nach verschiedenen Schriftwechsel. Die alten "Rassehunde" geben zudem Aufklärung.

Fast jeder, der sich mit dem schwarz-weissen Neufundländer ein wenig beschäftigt hat, weiss, dass es insbesondere zwei Grundrichtungen vor dem 2. Weltkrieg gegeben hat.

Der Zwinger von der Lüneburger Heide (Harald Dieckmann) und auch in Holland der Zwinger vom Landseerheim (Lunteren) standen für den eher schmaleren, weniger dem Neufundländer-Typ entsprechenden und "rein nach Farbe" gezüchteten Hund, Grundlage des Landseer-ECTs - der weltbekannte Zwinger von Schartenberg (vorm. Fremersberg) der Gebr. Walterspiel für den tiefen, breiten Typ des Neufundländers im schwarz-weissen Kleid. Otto Walterspiel führte in München das bekannte Hotel "Vier Jahreszeiten" und war als Koch ebenso weltberühmt! Seine Bücher über Kochkunst werden antiquarisch hoch gehandelt, aber das nur nebenbei.

Alles verschwimmt in einer ständigen Vermischung bis ca. 1960. Auch Dieckmann verpaarte mit schwarzen Hunden (Alarich von der Lüneburger Heide war übrigens Einhoder!).
Die ach so kleine Minderheit der schwarz-weiss-Liebhaber monierte, dass z. B. auf dem Briefkopf des DNK nur ein schwarzer Hund dargestellt wurde, man wollte doch so gern auch den schwarz-weissen Kopf dort sehen. Jahrelang blieb dieser Ruf ungehört, als dann endlich der schwarz-weisse Kopf dort mit erschien, war es so gegen 1976, der DLC wurde gegründet, aber so weit sind wir noch nicht.

Für die Rasse der Neufundländer und Landseer gab es von der FCI vor 1960 lediglich ein CACIB, ein grosses Ärgernis, denn die schwarzen waren ja in grosser Überzahl, die schwarz-weißen hatten kaum die Chance, gegen diese "Übermacht" einmal den Siegestitel nach Hause zu tragen. Man erkannte auch, dass sie im Typ usw. oft den schwarzen nachstanden. So entschlossen sich damals der DNK und der Schweizerische Neufundländer-Klub, die seinerzeit sehr eng zusammen arbeiteten, einen Antrag an die FCI zu stellen, dass für den "Farbschlag Landseer" (!) ebenfalls ein weiteres CACIB vergeben werden konnte, wie es auch schon bei anderen Rassen, die verschiedene Farbschläge hatten, möglich war.

Keinesfalls, wie es immer wieder behauptet wird, wollte man eine Rassetrennung!

Als Beleg sei Emil Burkhard aus dem Richterbericht über die Internationale Rassehunde-Ausstellung des VDH Stuttgart 6./7. Okt. 1951 zitiert:

"Zwecks Vergebung des CACIB bei den Hündinnen, welches nach dem Reglement der FCI für beide Neufundländer-Varietäten, also die Schwarzen und Weiß-Schwarzen zusammen zu bestimmen war, kamen in Konkurrenz:
die schwarze Susi v. d. Wilhelmshöhe, Siegerin 1951 u.
die weiss-schwarze Marla v. Schartenberg, Siegerin 1951 (Landseer).
Auch hier war eine Entscheidung nicht leicht. Beide Tiere sind sich, jedes auf seine Art, gleichwertig. Es sollte unbedingt angestrebt werden, daß in Zukunft beide Varietäten für diese Anwartschaften getrennt zugelassen werden.
Wenn dieselben bei den Bernhardinerhunden für Kurz- und für Langhaar separat zugeteilt werden können, dürfte diese Praxis bei den schwarzen und weiss-schwarzen Neufundländern auch möglich sein. Bei den Bernhardinern wird nachweisbar in der Zucht Lang- und Kurzhaar in Mischung gebracht und in den gleichen Würfen werden beide Haararten belassen und trotzdem gesonderte Beurteilung der beiden Spielarten mit getrennter Vergebungsmöglichkeit der Anwartschaften gestattet. Bei unserer Rasse werden normalerweise die Würfe, die Landseerzucht betreffend, als Weiß-Schwarz rein belassen und auf diese Art zur Stammbucheintragung gebracht. Die Zucht der Schwarzen ist sowieso rein. Es ist deshalb eine Ungerechtigkeit, daß bei einzelnen Rassen Varietätentrennung für das CACIB möglich ist und bei anderen nicht. Ein diesbezgl. Vorstoß des Neufundländer-Klubs an die FCI scheint mir geboten. Der Schweiz. Neufundländerklub hat vor vielen Jahren die Trennung der Anwartschaften bei der FCI nachgesucht, wurde dann aber abgewiesen. Speziell diese Abweisung bewirkte, daß in der Schweiz das Interesse für die Zucht des weiss-schwarzen Landseers gelitten hat. Schade um diese Spielart."

Das Ergebnis war fatal und bewiesenermassen überhaupt nicht beabsichtigt:

Die FCI trennte die Rassen Neufundländer und Landseer am "grünen Tisch" und etablierte am 24.8.1960 den Standard 226 für einen Landseer, Europäisch Continentaler Typ!

Die beteiligten Insider waren sprachlos!

Unzählige Kommentare erschienen vor allem in ausländischen Fachzeitschriften. Die Engländer belächelten diese Entscheidung und selbst mindestens bis zum Jahr 1998 wusste der American Kennel Club nichts davon und trug Landseer ECT als Neufundländer ein!!!

In den darauffolgenden Jahren änderte sich eigentlich weiter nichts, man züchtete so weiter und vermischte schwarz und weiss-schwarz.

Das endete abrupt, als 1976 der DLC gegründet wurde und nun berechtigterweise die Rassetrennung auch "formell" einklagte!
Landseer-Züchter im DNK konnten wählen, ob sie in den DLC wechseln oder als Übergangsregelung weiterhin Landseer im DNK züchten wollten. Der VDH, der bisher von der Vermischung so gut wie nichts mitbekommen hatte, wurde auf den Plan gerufen und schaltete sich ein.

Die Zuchtordnung des DNK sagte zu diesem Zeitpunkt noch folgendes aus:
§ 2 h) Bis zur Erreichung einer ausreichend breiten Zuchtbasis in der schwarz-weißen Zucht sind Paarungen zwischen schwarz-weißen und reinerbig schwarzen Neufundländern und Paarungen mit Landseern notwendig und erlaubt.
§ 2 i) Nachkommen aus Paarungen mit Landseern werden werden über drei Generationen in das Register eingetragen, welches als Anhang zum Zuchtbuch geführt wird.

Dieser Passus musste natürlich unverzüglich gestrichen werden! Die damaligen "Kreuzungsprodukte" wurden vom VDH kurzerhand zur Zucht gesperrt. Das traf ausser meinen auch die Zwinger von Arik´s Moorteich (Karola Ehrlich), Peter´s (Peter Kolb), von Brungerst (Heinrich Ippen) und einige wenige andere.
Natürlich waren wir mit solch einer rigiden Massnahme nicht einverstanden. Erst nachdem ich persönlich beim 1. Vorsitzenden des DNK einen Scheck in Höhe von mehreren Tausend DM hinterlegt hatte, um evtl. Kosten zu decken, war dieser bereit, gegen das Urteil des VDH vorzugehen.
Der Prozess wurde gewonnen mit der Auflage, dass eine Liste aller betreffenden Kreuzungsprodukte erstellt werden sollte und jeder einzelne dieser Hunde durch eine Richtergremium auf Typ überprüft werden musste, um mit ihnen weiterzuzüchten.

Mitterweile wusste ich ja ein wenig, worum es ging. Mein persönliches Ziel war es, in der ganzen Welt nach einer Linie zu suchen, die nicht das sog. Landseer-ECT-Blut trägt, um diesen Verwirrungen zukünftig aus dem Weg zu gehen.

Dazu gehören einige Erläuterungen:
Die Entwicklung in Europa kennen wir einigermassen.
Die schwarz-weissen kamen Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts größtenteils aus England zu uns.- Brave Serestus schliesslich ist die einzige Linie überhaupt, die aus der Zeit vor dem zweiten Weltkrieg der Englischen Zucht erhalten blieb.

Der Siegeszug der weiss-schwarzen war damit damals jäh gestoppt.
Alles andere ist für die Britischen Inseln ausgestorben! Jedoch sind die Linien durch die Exporte vor dem Zweiten Weltkrieg von England überall nach Europa und die USA erhalten.
Die Engländer versuchten zu reimportieren.
Fjord von der Arx ging in die USA, er ist dort einer der Mitbegründer der weiss-schwarzen Zucht. Lasso von der Weilerhöhe ging nach England. Diese beiden Hunde wurden und werden vom Landseer-Club als Landseer-ECT angesehen, obwohl man, wenn man sich intensiv mit den Stammbäumen beschäftigt und die Gewichtung der Einflüsse verschiedener Linien betrachtet, darüber wahrlich geteilter Meinung sein kann.
Nun, schließlich fand ich Ramsebergets Cool As Ice, eine Hündin aus Schweden, die keinerlei "Altlasten" in ihrem Stammbaum hatte. Woher ihr weiss-schwarzes Gen ursprünglich stammt, konnte ich bisher nicht klären (zurückverfolgen konnte ich sie nur bis West Side Simba). Vermutlich gehen diese Hunde auf als ausgestorben geltende schwarz-weisse holländische Linien zurück.

Sie hatte ihren Namen schnell weg und hiess fortan Mausi, denn sie frass mit Vorliebe die von den Katzen vor die Haustür gelegten Mäuse. Sie verkörperte eine fruchtbare Linie.

Meine Suche ging weiter. Bewegt, dass die Hündin an einem Todestag meines Vaters geboren war, kaufte ich Isabella av Ulricksborg
Fortsetzung folgt gelegentlich...